Schwarze Schafe gibt es im Internet bekanntermaßen jede Menge. Diese Feststellung ist unabhängig von Ländergrenzen, wo gutgläubige User warten, eröffnet sich zwielichtigen Zeitgenossen überall ein fruchtbarer Boden. Wie die österreichische Schlichtungsstelle für den Onlinehandel ombudsmann.at festgestellt hat nehmen Abzocke und Nepp in wirtschaftlich schlechten Zeiten wie diesen besonders stark zu. In diesem Zusammenhang äußerst interessant ist die Veröffentlichung der zehn dubiosesten Internet-Angebote in der Alpenrepublik. Die allermeisten davon sind auch deutschen Verbrauchern bekannt…
Die Top Ten des Jahres 2008 wurde auf Basis der registrierten Beschwerden bezüglich des entsprechenden Angebots zusammengestellt:
Platz 1: www.magolino.de Magolino GmbH
Platz 2: www.opendownload.de Content Services Ltd
Platz 3: www.pixtronic.de Yamino Promotions GmbH
Platz 4: mega-downloads.net Load House FZE (früher Easy IT-Solutions)
Platz 5: www.nachbarschaft24.net Netsolutions Trading FZE
Platz 6: www.p2p-heute.com Redcio OHG (früher Gebr. Schmidtlein)
Platz 7: www.genealogie.de Go Web Ltd. (früher Ahnenforschung Ltd.)
Platz 8: www.technikmonster.de Yamino Promotions GmbH
Platz 9: www.routenplaner-server.com Go Web Ltd.
Platz 10: www.geburtstags-infos.de Go Web Ltd.
Wie bereits angemerkt sind die Überschneidungen zur Situation in der Bundesrepublik unverkennbar, Namen wie magolino.de, mega-downloads.net, opendownload.de oder auch p2p-heute.com zählen auch tausende deutscher Internetnutzer zu ihren Opfern und versorgten diese fleißig mit Rechnungen und Mahnungen.
Grundsätzlich gilt hier wie bei allen vergleichbaren Angeboten, dass das Abzocke-System nur funktionieren kann wenn der Geschädigte tatsächlich zahlt. Viele Nutzer tun dies aus Angst vor der angedrohten gerichtlichen Auseinandersetzung und anderen Einschüchterungsmaschen, auf einen Prozess lassen es diese Anbieter jedoch in 99,9 Prozent aller Fälle nicht ankommen. Erstens sind die Chancen mehr als zweifelhaft, zweitens lohnt es sich nicht ein paar Widerspenstigen hinterherzulaufen wenn es genügend “dumme Zahler” gibt (und jeden Tag weitere dazukommen…).
Die österreichische Schlichtungsstelle beobachtet aktuell (Jahr 2009) einen sprunghaften Anstieg der Zahl eingereichter Beschwerden. Wenn die negative Entwicklung des ersten Quartals sich fortsetzt, so könnte ein Anstieg um beinahe 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr herauskommen. Die Situation in Deutschland sieht ähnlich aus, eine wichtige Rolle spielt hier – wie bereits angemerkt – die schlechte wirtschaftliche Lage. Zum einen kommen Menschen , die kein Geld haben, auf abstruse Ideen (dies soll keine Rechtfertigung sein!), zum anderen lässt sich auf der Opferseite mit ohnhehin bereits wirtschaftlich nicht auf Rosen gebetteten Usern mit Drohungen wie Schufaeintrag etc. besonders viel erreichen.